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Geschichte

 

1370historie
Die Kapelle St. Jakobus in Friedlisberg wird erstmals urkundlich erwähnt.

Jakobus der Ältere war einer der 12 Apostel Jesu Christi. Er wurde im Jahre 43 n. Christus durch König Herodes Agrippa I. hingerichtet. Er war also der erste Märtyrer unter den Aposteln.
Sein spanischer Name lautet „Santiago“. Mit dem Jakobus-Kult verbunden gibt es verschiedene Pilgerwege durch ganz Europa zum Grab des Apostels St. Jakobus in Santiago de Compostela, so auch einen über den Friedlisberg.

1431
Die abgebrannte Kapelle St. Jakobus in Friedlisberg wird wieder aufgebaut.

Bis zum 19. Jahrhundert war die Kapelle St. Jakobus in Friedlisberg ein viel besuchter Wallfahrtsort.

1868
Dorfbrand in Friedlisberg:
„Durch eines Bösewichtes Hand geriet ein Bauernhaus in Brand.“
Die Flammen schlugen auf die benachbarte Kapelle St. Jakobus und legten sie in Trümmer.

1933
Gründung des Kapellenvereins Friedlisberg.

1934
Bau der neuen Kapelle in Friedlisberg als „kleines Dorfheiligtum“ mit dem Architekten Adolf Gaudy (1872 - 1956) von Rapperswil und Rorschach und freiwilligen Helfern sowie dank zahlreichen grosszügigen Spenden.

Neuer Patron: St. Josef
Der neue Schutzpatron wurde gewählt, weil der Gedenktag für St. Josef der 19. März ist, während der St. Jakobustag am 25. Juli in der Erntezeit liegt.
In den Protokollbüchern ist St. Josef als „Patron der Zimmerleute“ zum Dank und als Schutz aller Zimmermannsarbeiten an der Kapelle vermerkt.

21. Oktober 1934
Einweihung der Kapelle St. Josef im „Bergdörfchen“ Friedlisberg

1987
Renovation der Kapelle St. Josef in Friedlisberg

29. August 2009
Festakt 75 Jahre Kapelle St. Josef in Friedlisberg

 

Einst Jakob, heute Josef
Einer Legende nach ruht in Santiago de Compostela der Leichnam von Jakobus, einem der zwölf Jünger Jesu. Durch ganz Europa führen Pilgerwege in die Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Galiciens. Eine der Routen zum Grab des Apostels nimmt ihren Weg über Friedlisberg bei Rudolfstetten. 1370 wird dort erstmals eine dem Sankt Jakobus geweihte Kapelle urkundlich erwähnt.

Kapellenverein ergreift Initiative
Heute ist die Kapelle ihrer Lage und ihrer Architektur wegen vor allem für Hochzeiten beliebt. Im Jahr 1933 konstituierte sich ein Kapellenverein, der es sich zur Aufgabe machte, die 1868 einem Brand zum Opfer gefallene Kapelle wieder aufzubauen. Noch heute engagiert sich der Verein für den Erhalt der Kapelle, die nach ihrem Wiederaufbau im Jahr 1934 dem Heiligen Josef geweiht wurde. Für den Neubau konnte Adolf Gaudy gewonnen werden, der als Kirchenarchitekt den Bau oder die Renovation von insgesamt sechs kirchlichen Bauten im Kanton Aargau realisierte; darunter die Nikolaus-Kirche in Brugg.

Zugeständnis an die Bauern
Der neue Schutzpatron Sankt Josef wurde wohl aus zwei Gründen gewählt. Vor allem lag der Feiertag des Heiligen Jakobus am 25. Juli inmitten der für die Bauersleute wichtigen Arbeitssaison. Nur ungern liessen sich die Landwirte nötigen, mitten im Sommer einen zusätzlichen Freitag einzuschalten. Überdies erhoffte sich der Kapellenverein vom Heiligen Josef, dem Patron der Zimmerleute, besonderen Schutz für die mit reichen Holzarbeiten ausstaffierte Kapelle. Die Angst vor einem neuerlichen Brand dürfte dahingehend den Ausschlag gegeben haben. Immerhin hatte bereits im 15. Jahrhundert ein Brand die Kapelle zerstört.

Modern ausgestaltet
Die Besuchenden empfängt beim Betreten der Kapelle eine warme Atmosphäre, bedingt durch die getäferte Holzdecke und die gewählten Farbtöne, mit denen der Chor ausgestaltet wurde. Hohe, farbige Glasfenster filtern das Licht, welche die Heiligen Elisabeth, Idda, Aloysius und Fridolin zeigen. In Anlehnung an die über dem Chorbogen angebrachte Inschrift «Kommet alle zu mir» findet sich über dem Altar ein Gemälde von Josef Heimgartner, das Christus inmitten einer Schar von Kindern zeigt. Wie die Glasfenster stammt das Bild aus dem Jahr 1934 und akzentuiert die moderne Ausgestaltung der Kapelle. (acm)


Spiritueller Impuls: Aus dem Friedlisberg-Lied

Seit Jahren grüsst vom Hügelrand
ein schlankes Türmchen ins Tal.
Aus Obstbaumwald und Himmelsblau
aus Blätter Meer und grüner Au,
blickt es herab ins Rummeltal
und weist hinauf zum Himmelsaal.

Wenn überm Tal noch Nebel liegt,
der Glöcklein Klang zu mir fliegt.
Dann zieh ich aus – St. Josef zu,
es lässt daheim mir keine Ruh.
Den Gang der liebe Gott mir lohnt,
der selber nun da drinnen wohnt.

Sobald die Sonne Abschied nimmt,
ihr rosig Licht verrinnt.
Dann schickt sie noch zum Grusse schnell
den letzten Strahl so sonnig hell.
Der gilt ganz einzig und allein
dem lieben Kirchlein dort allein.

Und strahlt der Sterne Heer dann auf,
der Mond beginnt den Lauf.
Am hohen dunklen Firmament
Sei unsre Bitt am Tagesend.
Du, lieber Gott, sei doch so gut,
nimm Friedlisberg in deine Hut.

Dieses Lied entstand in den 1930er Jahren als Spiegel einer einfachen und tiefen Frömmigkeit. Es stammt vom Friedlisberger Lehrer Eugen Brem. Die Melodie dazu komponierte Gertrud Müller, Arbeitslehrerin in Rudolfstetten.

Inhalte/Text:
Kapellenverein Friedlisberg & Andreas C. Müller, Aargauer Pfarrblatt Horizonte

 

 

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